Im ländlichen Raum ist die wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs teilweise nur eingeschränkt möglich oder in den vergangenen Jahren zunehmend zurückgegangen. Für viele Bewohnerinnen und Bewohner, insbesondere für ältere Menschen oder Personen ohne eigenes Auto, bedeutet dies längere Wege zu Einkaufsmöglichkeiten und damit eine spürbare Einschränkung der Lebensqualität. Gleichzeitig fehlen niedrigschwellige Treffpunkte, die den Austausch im Dorf fördern und das Gemeinschaftsleben stärken. In der Vergangenheit gab es immer wieder Versuche, stationäre Dorfläden zu etablieren, die als fest an einem Standort installierte Läden oft keinen längerfristigen Erfolg hatten. Das reine Verkaufsangebot konnte meist mit bestehenden Supermärkten dauerhaft nicht konkurrieren (teurere Preise, geringere Auswahl, relativ großer Aufwand und Personalbedarf für einen vergleichsweise begrenzten Einzugsbereich etc.). Das Projekt eines mobilen Dorfladens „plus“ setzt genau an dieser Herausforderung an. Ziel ist es, durch ein mobiles Angebot nicht nur die lokale Versorgung flexibel und nachhaltig für einen größeren Einzugsbereich zu verbessern. Ein mobiler Dorfladen „plus“ soll gleichzeitig zusätzliche Angebote (z.B. mobiles Café, „fahrender“ Biergarten, Bühne und Kino auf Rädern etc.) und neue Begegnungsmöglichkeiten in den Dörfern zu schaffen, und dabei die positiven Synergieeffekte aus dem gemeinschaftlichen Angebot nutzen. Im Rahmen einer Pilotphase soll auf diese Weise erprobt werden, wie ein mobiles Versorgungs- und Begegnungsangebot zur Stärkung der Lebensqualität und des sozialen Zusammenhalts im Dorf beitragen kann, welche Zusatzangebote Anklang finden und wie der mobile Dorfladen „plus“ gemeinsam organisiert und getragen werden kann.