Digitale Teilhabe ist eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Partizipation. Dennoch verfügen viele Bürgerinnen und Bürger – insbesondere ältere Menschen und sozial benachteiligte Personen – nur über eingeschränkte digitale Grundkompetenzen. Im Sozialbericht Senioren in Rheine aus dem Jahr 2023 geben 43,2 % der Befragten über 60 Jahre auf die Frage, was sie von einer häufigeren Nutzung digitaler Medien abhält, „fehlendes Wissen“ als Motivationshindernis an. In Rheine bestehen zwar bereits Bildungsangebote, diese sind jedoch meist kosten- und anmeldepflichtig und für mobilitätseingeschränkte Personen oder ältere Menschen aus peripher gelegenen Ortsteilen wie z.B. Mesum oftmals nur schwer erreichbar.
Die unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen führen dazu, dass bestehende Angebote nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen erreichen. Geplant ist die Einrichtung eines offenen, kostenfreien und sozialraumorientierten Digital-Treffs zur Förderung digitaler Teilhabe. Das Angebot soll zunächst einmal monatlich für jeweils zwei Stunden stattfinden. Es richtet sich an Menschen, die Unterstützung im Umgang mit Smartphone, Tablet oder PC benötigen und ihre digitalen Basiskompetenzen aufbauen oder stärken möchten.
Die Teilnehmenden bringen nach Möglichkeit ihre eigenen Geräte mit; ergänzend wird eine technische Grundausstattung vor Ort bereitgestellt. Hierzu gehören insbesondere Laptops, Tablets und Smartphones als didaktische Übungsgeräte (die vor allem für Teilnehmende gedacht sind, die noch kein eigenes Gerät besitzen), eine Leinwand für gemeinsame Demonstrationen sowie ergänzende Moderations-, Verbindungs- und Transportausstattung für den mobilen Einsatz des Angebots.
Der Digital-Treff wird von digital affinen, pädagogisch kompetenten Ehrenamtlichen begleitet; in der Anlaufphase übernehmen zunächst zwei Personen die Durchführung ehrenamtlich.
Die Treffen verbinden kurze praxisnahe Inputs mit individueller Unterstützung im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe. Zugleich werden die Teilnehmenden bei Bedarf auf weiterführende Bildungsangebote zur Vertiefung der Kenntnisse und Kompetenzen, z.B. bei der VHS, hingewiesen.
Für die Umsetzung sind insbesondere die Beschaffung der mobilen technischen Grundausstattung, die Abstimmung mit dem Projektstandort, die Gewinnung und Begleitung Ehrenamtlicher, die Öffentlichkeitsarbeit im Sozialraum sowie die organisatorische Vorbereitung und Durchführung der regelmäßigen Termine erforderlich.